Zu Besuch bei unseren Freunden in Bristol – Fahrt des RVL vom 3. bis 7. Oktober 2019

Der RVL hat viele Schönheiten … das herrliche Gelände, die gemütliche Kneipe, unser „Head of the River Leine“ und last not least … die Freundschaft zu unseren englischen Freunden im Bristol Ariel Rowing Club.

Um die nach dem Krieg zwischen Bristol und Hannover eingegangene Städtepartnerschaft zu festigen, hatte man beschlossen, diese durch Verbindungen mit Sportvereinen herzustellen. 

Anfangs wurden jährlich Sportler aus Hannover nach Bristol geflogen und im Folgejahr kamen dann die englischen Freunde zu uns. Als dann aber die städtischen Zuschüsse ausblieben, kamen die meisten der Verbindungen zum Erliegen.

Wir sind stolz darauf, als einziger Verein diese schöne Tradition weiterzuführen.

In diesem Jahr begab sich der RVL auf die Reise. Erfreut konnten wir feststellen, dass nicht nur „eingefleischte“ Ruderinnen und Ruderer teilnehmen wollten, sondern auch einige neue Mitglieder. Bei verschiedenen Treffen besprachen wir die Reisedetails und die traditionellen Gastgeschenke.   Am Donnerstag, 3.10. war es soweit. Treffpunkt 6:30 Uhr am Bahnhof und mit dem Zug ging es nach Amsterdam. Das Wetter am Flughafen in Bristol erfüllte unsere durch die Vorhersage getrübten Erwartungen: Nieselregen und Wind!

Der Freitag stand uns tagsüber zur freien Verfügung und wir wählten als Ziel die große Hängebrücke am Rande der Stadt.

 

 

 

 

 

Steve hatte am Morgen bereits unsere Koffer eingesammelt und einen völlig überraschenden Programmpunkt für den Nachmittag in Aussicht gestellt: Ein Besuch der „Aardman Animations Studios“. Nachdem wir die auf einem Berg erbaute Brücke besichtigt und uns auf dem Weg Richtung Tal mit gutem Essen und englischem Beer belohnt hatten, nahm uns Steve in Empfang und wir gingen mit Jay, der in diesen Studios arbeitet (und seit kurzem auch rudert) auf Entdeckungstour.

 

Suchbild: Wo ist das Schaf?  Auf dem Dach der Aardman Animation Studios (v. l.): Jay, Michael, Thomas, Martin, Claudia (unsere RVL – Trainerin, die derzeit in Bristol lebt), Anja, Bernadette, Karl-Jochen, Axel, Svenja, Heike, Itta und Steve.

 

 

Wer es nicht so parat hat (wie die meisten von uns): Die Aardman Studios sind durch ihre animierten Filme wie „Chicken Run“ und „Wallace und Gromit“ bekannt. Jay führte uns durch das Gebäude und wir konnten einen der drei Oscars, die das Studio für die besten animierten Filme bekam, aus nächster Nähe bewundern.

 

 

 

 

 

Am Abend trafen wir uns alle am Bootshaus. Großes Hallo bei denen, die sich kannten und eine freundliche Aufnahme unserer „Erstreisenden“.

Es war ein zwangloses Miteinander … alte Freunde und neue Bekannte … selbstgemachtes Essen, englisches Bier und immer wieder „Tea and Coffee“.

 

 

 

 

 

Der Tag war lang und bald löste sich die Versammlung auf, alle gingen mit ihren „Gasteltern“ nach Hause, denn am nächsten Tag stand das große Rennen an.

Seit Jahren fahren wir auf einer Regatta einen Wanderpokal aus: die Gäste in einem Achter gegen eine Vereinsmannschaft der Gastgeber, ebenfalls in einem Achter.

Nachdem wir im letzten Jahr – schon ein bisschen überraschend – in einem 500m Rennen in Linden gewonnen hatten, konnten dieses Mal die Bristolian`s die Art des Rennens festlegen. Sie entschieden sich für die 2600m Strecke, bei der wir als erster Achter auf die Reise geschickt wurden; sie selbst folgten in einem Abstand von ca. 1 Minute. Glücklicherweise waren wir in diesem Jahr genau acht Ruderinnen und Ruderer aus dem RVL … Steve hatte sich bereit erklärt unseren Achter zu steuern.

 

 

 

 

 

Das Wetter hatte mittlerweile eingesehen, dass bei dem diesjährigen Austausch Regen und Wind unangemessen sind und die Sonne zeigte sich dann auch an einem völlig blauen Himmel. Begeistert über das herrliche Herbstwetter und den schönen „Stämpfli – Achter“ den wir fahren durften, legten wir ab. In dieser Formation waren wir das erste Mal auf dem Wasser und es lief für unsere Verhältnisse sehr gut. Allerdings mussten wir schon bald erkennen, dass die Freunde aus England kontinuierlich aufholten. „Nur nicht überholen lassen“ war der gemeinsame Gedanke, der uns dann wirklich noch die zweite Luft gab und wir sie zumindest gut auf Distanz halten konnten.

Am Abend wurden die Sieger auf dem traditionellen „Annual Dinner“ des Bristol Ariel Rowing Club verkündet. Wir hatten die große Ehre, bei dieser sehr formellen Veranstaltung (Dress-Code: Black Tie) dabei sein zu dürfen.  Der Abend war geprägt von Ehrungen aller erdenklichen Arten: Beste/r Newcomer – erfolgreichste Ruderin – erfolgreichster Ruderer, aber auch der „Dolphin“ für das spektakulärste „Baden gehen“.                                                  Der Höhepunkt: Als Sieger des Achterrennens zwischen Bristol und dem RVL wurde unter langanhaltendem Beifall und den festlich gekleideten ca. 120 Anwesenden Bristol ausgerufen …

 

 

 

 

 

 

Der Sonntag zeigte sich wie schon der Samstag von seiner allersonnigsten Seite. Dem Feiern geschuldet, wurde die Zeit des Treffens am Morgen eher vage gehalten. Nacheinander fanden sich denn auch sämtliche Partymäuse ein. Es gab noch reichlich Essen vom vergangenen Abend und natürlich Tee ohne Ende, was die Anwesenden wieder zu Kräften kommen ließ.
An diesem Vormittag wurde ganz nebenbei ein neuer Star geboren: Martin, der mit George, dem ältesten Ruderer (95!!) der Bristolians von einem eigens angereisten Filmteam aufgenommen wurde. Martin und George fuhren im Doppelzweier und wurden aus einem Motorboot heraus gefilmt.  Martin stand auch noch in einem Interview Rede und Antwort – alles auf Englisch! 

 

 

 

 

 

Irgendwann wurden alle Reisewilligen nebst Proviant, für ein Picknick an der Küste, in diverse Autos verfrachtet.
Auf hohen Felsen in der Sonne liegen, sich zu den unterschiedlichsten Plaudergruppen zu gesellen, machten diesen unglaublich schönen Nachmittag aus.

 

Wer denkt, an einem Sonntagabend würden in Bristol die Bürgersteige hochgeklappt, irrt. Wir verbrachten den Abend dann noch zusammen in einem Pub mit Life Musik. Bei einem Abstand von fast zwei Metern zwischen Tresen und Bühne (und wir noch vor dem Tresen) erwiesen sich die ausgeteilten Ohrenstöpsel als gute Prophylaxe gegen Kopfschmerzen und Taubheit.

Die Abreise gestaltete sich ähnlich wie die Anreise. Frühes Treffen (7:00 Uhr) und Fahrt zum Flughafen. Ach ja, das Wetter hatte auch wieder auf Standard Modus zurückgeschaltet … Regen und ein völlig verhangener grauer Himmel.  Doch schlimmer geht immer: „Sorry, we are slightly overbooked“ ist einer der Sätze, die man ungern am Flughafen hört, also musste sich unsere Reisegruppe aufteilen. Der nächste Flieger landete zu einer Zeit in Amsterdam, als der Anschlusszug schon lange weg war. Für Svenja und Karl-Jochen folgte eine gemächliche Fahrt mit diversen Regionalbahnen bis Hannover, aber noch vor Mitternacht konnten sie der WhatsApp-Gruppe das glückliche Ende ihrer Reise mitteilen.

 

 

                

 

Fazit: Es waren wie immer unglaublich schöne Tage bei unseren englischen Freunden.

Die Gastfreundschaft, die Gespräche und die gemeinsamen Erlebnisse werden uns noch lange begleiten.

Mittlerweile hat sich aus diesen Treffen eine Freundschaft entwickelt und wir werden viele von ihnen bei ihrem Besuch 2020 in Hannover und bei verschiedenen Regatten in Europa wiedersehen.

 

 

 

… wohin unsere Gedanken immer wieder gerne zurückkehren ?             

 

Text: Karl-Jochen Riehm

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