Wesermarathon 2018

Gutes Team. Hannah, 5 Ruderer, 2 Begleiter im Bulli, 81km Weser

Um an einem Sonntag im Mai richtig scheissfrüh aufzustehen bedarf es einer besonderen bevorstehenden Reise. Hier war es der Wesermarathon, der den Wecker spätestens 04:45 Uhr klingeln lies.

Diesem Klingeln zu gehorchen hat sich gelohnt! Dennoch ist eine samstägliche Anreise mit Übernachtung in der Jugendherberge und sonntäglichem Ruderstart um 06:00 Uhr eine entspanntere Option…… Nächstes Jahr!

Wir hatten Hannah unter kompetenter Anleitung von Holger und charmanter Begleitung von Eva und Billa Samstagnachmittag fröhlich abgeriggert und später in/ hinter Schorschs Bulli (ein gutes Gespann!) verstaut….., …..um sie Sonntagmorgen um 9:00 Uhr am Ausgangspunkt Jugendherberge Hann. Münden wieder aufgeriggert in die Strömung der Weser zu legen und uns in die ersten 25 km aufzumachen. Weitere 3 Etappen folgten, während derer die Plätze zugunsten notwendiger (!) Ruderpausen Einzelner (im Steuer- oder auf dem Bullibeifahrersitz) getauscht wurden. Ausnahmen: Schorsch und Hannah tauschten sich 81km nicht aus.

Schorsch, der uns die gesamten 80km mit Verpflegung und Allround-knowhow begleitet hat, schubste uns mit letzten wo-das-Blatt-hingehört-Hinweisen vom ersten Steg, wir machten unsere ersten Schläge gegen ungewohnte Strömung, um schnell und etwas wackelig zu wenden und unter Anke am Steuer genauso schnell, aber unwackelig gut im Boot zusammenzufinden.

Wir fanden einen entspannten Wanderruderschlag. Wenig Weserverkehr: die meisten anderen Marathonteilnehmer waren einige Stunden vor uns gestartet. Schnell haben wir gemerkt, dass der gemeine Wesergruß AHOI ist. Der ein oder andere Kanute erfreute sich der Möglichkeit, sich in unseren Windschattenstrom zu legen und plaudernd hinter uns herzugleiten. Ruderer in Familien- oder Schulkonstellationen, denen wir immer mal wieder selten begegneten, waren z.T. neben dem Rudern sehr auf Musik- und Picknickspass konzentriert (Holger am Steuer hätte auch gerne aus Goethes Glocke vorgelesen…)

Wir waren irgendwann weit ab von Allem und traten und zogen uns bei schönstem Sonnenschein mit frischem Wind kräftig entspannt durch das glitzernde Wasser. Steuerbord Niedersachsen, Backbord Hessen (Weser=Grenze). Satte Wiesen mit nichts als entspannten Schafen, wiederkäuenden Kühen, dösenden Kanuten, kläffenden Hunden und ab und zu einem wartenden Angler begrenzten die beiden Uferseiten der sich kurvenreich schlängelnden Weser. Hier und da ein Kloster, eine Burg, ein stillgelegtes Kernkraftwerk und imposante Unterquerungen stillgelegter Eisenbahnbrücken. —Toll!!

Nachdem wir einige Seilfähren gequert hatten, wurde das Ufer steiler durch Böschungen begrenzt: links steigt Muschelkalk (oder so) auf, rechts roter Sandstein (oder so). Hier ist der Solling, sagt ein vorbeifliegendes Schild (wir waren echt schnell…). Dann tauchten wieder beschauliche Orte mit noch beschaulicherem Weserfachwerk auf. Die Plätze in der Hannah boten eine tolle Perspektive, die die Rückseiten der Orte zur Vorderseite werden ließen. Nicht für jeden rückwertigen Balkon vorteilhaft….

Irgendwann tauchte neben Niedersachsen und Hessen noch NRW auf. Das war kurz vor der fürstenbergischen Porzellanmanufaktur. Aha: Holgers Glocke war dann doch die Routenskizze, die uns heimatkundlich nicht dümmer gemacht hat.

Wieso ich bei meinem Schreibrausch bisher unsere kulinarischen Highlight-Pausen unerwähnt ließ, weiß ich nicht: 3 Pausen, nicht nur zum Pinkeln und Platzwechseln… auch zum schlemmen. Evas Wurstsalat: ein doofes Wort, aber: geil. Ankes Nudelsalat und Bernadettes Kuchen auch. Jeder hat etwas den Tag Verschönerndes beigesteuert. Es war ein wirklich schönes, wiederholenswertes Ruder-event. Auch die Hannah-Auseinander-Schrauberei-und -wieder-zusammen….sollte jeder mal gemacht haben.

Das klingt gestelzt, ist aber so: ein besonderer Dank gilt Schorsch und Holger! Danke den Herren!

Text: Gaby Kohrs

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