1999 gab es faustdicke Überraschungen

So gewann zunächst der eigens für dieses Ereignis neu formierte Frauenachter des Hannoverschen RC mit Schlagfrau Brigitte Thoms nach überragendem Rennen gegen die favorisierten Frauen der Rudergemeinschaft Angaria. Im anschließenden Männerachter versetzte die "junge Garde" des Deutschen Ruderclub auf heimischem Gewässer den topgesetzten Athleten des Hannoverschen RC um die Nationalmannschaftsruderer Künne, Westphalen und Niemeyer ebenfalls eine unerwartete Schlappe.

Die als Titelverteidiger angetretenen Ruderer des HRC hatten dabei zu Ihren Topathleten u.a. den ehemaligen Weltklasseruderer Wolfram Thiem gewinnen können, der mit seiner Routine und überlegenen Physis das Boot zum sicher geglaubten Sieg führen sollte. Doch das Rennen entwickelte sich unerwartet. Nachdem die im Jagdrennen als Zweite gestarteten HRCer auf den ersten 1000 Metern gegenüber dem Boot des DRC beeindruckend aggressiv angingen und bei Hälfte auch knapp in Führung lagen, konterte der DRC mit Birger Schmidt auf der Schlußgeraden furios. Schmidt, trotz einer Magenverstimmung am Schlag, legte in der zweiten Rennhälfte praktisch ständig zu und ließ sich auch von dem auf der Zielgeraden zunehmenden Gegenwind nicht entmutigen. Der Lohn am Ende: vier Sekunden Vorsprung und ein rauschender Applaus von den etwa 300 Zuschauern auf dem Gelände des Rudervereins Linden. Einziger Wermutstropfen für den siegreichen DRC blieb, dass die Rudergemeinschaft Angaria aus nicht geklärten Gründen dem Rennen trotz Meldung fernblieb. Zu gerne hätten die in dieser Formation erstklassigen DRCer auch Angaria hinter sich gelassen.

Im Frauenachter war die Konstellation ähnlich. Die routinierte Crew der Angaria trat auch ohne Vizeweltmeisterin Elke Hippler zuversichtlich an und bot eine insgesamt überzeugende Leistung. Während des gesamten Rennens hielten sie ihr Boot unter Volldampf, kam erst beim Gegenwind nach rund 2,5 km etwas aus dem Tritt. Steuermann Ingo Rothermund gelang zwar das Kunststück, seine Frauen noch einmal aus dem Tal zu einem entschlosssenen 500-Spurt zu bringen, doch am Ende bleib für die Angaria nur der zweite Platz. Denn hinter Ihnen waren die Frauen des HRC wohl vor allem taktisch überlegen. Startrainer Harald Thoms, unerschöpflicher Quell immer neuer Ruderer von Weltniveau, hatte seinen Frauen auf den Weg gegeben, in der technisch besonders schwierigen Fahrt durch das Ihmezentrum etwas Druck heraus zu nehmen und beim einsetzenden Gegenwind über einen Druckspurt die entscheidenden Sekunden zu gewinnen. So kam es dann am Ausgang des Ihmezentrum zum entscheidenden Vorstoß des HRC. Schlagfrau Brigitte Thoms gab ein kurzes Kommando und ihr Team explodierte förmlich. Und während Angaria in der Bootsgeschwindigkeit nachließ, wurde der HRC-Achter schneller. Am Ende gewannen die Frauen des HRC verdient die Trophäe des schnellsten Frauenachters auf der Leine und können den Winter über nun beruhigt auf eine erfreuliches Jahr zurückblicken.

In den weiteren Wettbewerben gewannen die Renngemeinschaft HRC und Helene-Lange-Schule (Mixed II), der Deutsche RC (Mixed I) sowie die Renngemeinschaft Celler Rudervereine (Männer II), die sich damit für die Niederlage im vergangenen Jahr rehabilitierten. Für den gastgebenden Ruderverein Linden, Hannovers kleinsten Ruderverein, bleibt bei jeweils letzten Plätzen in den ausgetragenen Wettbewerben die Freude über eine harmonische Regatta.

2000 - Aus Sicht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung

Da es vor allem um Spaß ging, waren die 16 stolzen Achter bei der Regatta "Head of the River Leine" am Sonnabend alle Sieger. Den meisten Applaus bekam das Mixed-Team aus Kräften der hannoverschen Stadtverwaltung und Mitarbeiterinnen des kanadischen Expo-Pavillons, das in 16 Minuten und 40 Sekunden die 4,5 Kilometer lange Strecke auf Ihme und Leine zurücklegte. Steuermann Wolfgang Schatz, Leiter des städtischen Expo-Büros, wurde nach dem Rennen des Bootes Hannover-Kanada nach Rudererart ins Wasser geworfen - und nahm's mit Fassung. Die schnellsten waren übrigens die Männer von der Rudergemeinschaft Magdeburg, die in 13 Minuten und 34 Sekunden das Ziel erreichten. Auf dem Gelände des Rudervereins Linden gab's dann jede Menge Ehrungen, und die Kanada-Frauen spendierten Wasser aus ihrer Heimat. Vereinschef Jochen Pischel freut sich schon aufs kommende Wochenende: Dann sind Gäste aus Bristol zur nächsten internationalen Regatta eingeladen.

Ergänzung: Die Magdeburger Renngemeinschaft siegte bei den Masters B-F, während der DRC Hannover Sieger im Rennen der Männer und Masters A wurde.

2000 - Aus der Vereinszeitung der Rudergesellschaft Kassel 1927 e.V.

Mit dem vielversprechenden Vorzeichen eines "EXPO-Achters" im Jahre 2000 zur Weltausstellung in Hannover hatte man eine größere Resonanz für den Veranstalter erwartet. Eine gelungene Veranstaltung des RV Linden 1911 erlebten die Aktiven aus Kassel und Höxter in einer Renngemeinschaft MDA 60 (RV Kurhessen, RV Höxter, RG Kassel) mit (...).

Immerhin waren 15 Achter an den 4000 m Start gegangen. In der Abteilung E+F der gestarteten Boote kann von einem Sieg der Crew aus Kassel berichtet werden. Zur Streckenführung muß jedoch klargestellt werden, daß auf der "Ihme", einem Nebengewässer der Leine, Hannover mit dem Motto "unter sieben Brücken musst Du kräftig ziehn" durchrudert wurde.

2002 - Aus Sicht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung

Ruderer zeigen Niveau auf der Leine

Das hannoversche Ruderereignis des Jahres, die Regatta "Head of the River Leine", hat 18 Mannschaften aus dem gesamten Bundesgebiet sowie aus Hannovers englischer Partnerstadt Bristol an die Leine gezogen. Dabei boten die Aktiven erstklassigen Sport und Kämpfe bis auf die letzten Meter der vier Kilometer langen Strecke zwischen Jugendherberge in der Calenberger Neustadt und dem Sitz des Rudervereins Linden. Bei idealen Wasser- und Wetterverhältnissen bewiesen die Ruderer aus Magdeburg auf dem anspruchsvollen Kurs ihre Klasse. Sie siegten in der Wertung der Mixed-Mannschaften (Männer und Frauen), bei den Masters der Männer (über 27 Jahre) und in der offenen Frauenwertung. Allein in der offenen Männerwertung konnte sich ein Lokalmatador durchsetzen: Hier gewann der Hannoversche Ruder-Club vor den gegnerischen Mannschaften aus Bottrop und Bristol. In der jährlich ausgetragenen Vergleichswertung zwischen Hannover und Bristol entschieden die Engländer das Rennen für sich. Regattaleiter Jan Czichy vom Ruderverein Linden äußerte sich begeistert über das Ergebnis: "Vom Spitzensportler bis zum Freizeitsportler - nie zuvor war das Niveau so hoch."

2002 - Aus Sicht eines braunschweiger Zeitungsverlages

Nach 15 Jahren: Wieder ein gemixter Wolfsburger Ruder-Achter

15 Jahre hat es gedauert, bis ein gemixter Wolfsburger Ruder-Achter (Foto) wieder an einer Regatta teilgenommen hat. Am vergangenen Sonntag ging der Achter beim "Head of the River Leine" in Hannover über vier Kilometer an den Start. Rennbeginn war an der Jugendherberge am Maschsee. Die Strecke führte durch die Stadt bis zum Leinewehr in Herrenhausen. Für Birgit Weidlich, Martin Wekerle, Christina Baganz und Angela Gärtner war es der erste Start überhaupt bei einer Ruderregatta. Sie wurden unterstützt von den Routiniers Martin Thiede, Lars Rosenbaum, Harald Loeck und Jochen Pischel (RV Linden). Steuermann Christoph Müller lenkte den Achter sicher über die kurvenreiche Leine, und nach 15:07 Minuten erreichten die Wolfsburger als viertes von sechs Booten zufrieden.

Text: newsclick.de

2003 - Aus Sicht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung

"Schweinchen-Express" abgehängt

Die Kommandos im Frauenachter gab ein Mann. Matthias Hobein (22), der Weltmeister im leichten Achter aus Hameln, dürfte sich am Sonnabend ein wenig wie der Hahn im Korb vorgekommen sein. Denn als Steuermann dirigierte er das Boot der Rudergemeinschaft Angaria, einen von vier Frauen-Achtern bei der Langstreckenregatta "Head of the River Leine", durch die Stadt. Die Frauen-Konkurrenz war bei dem Rennen mit 21 Startern auf der Leine erstmalig ausgeschrieben, und Hobein leistete seinen Beitrag dazu, dass das fleißige Angaren-Team aus Hannover mit Birgit Flohr (35), Annika Lueg (25), Jana Rydzynski (26), Anja Lasbeck (26), Baukje Dobberstein (23), Meike Buck (22), Defne Akca (27) und Schlagfrau Anette Barkmann (32) nicht vom Kurs abkam. Doch nicht nur während des Rennens wurde das studentische Ensemble weltmeisterlich unterstützt: Denn Elke Hippler (24), amtierende Achter-Weltmeisterin sowie deutsche Meisterin im "U 23"-Zweier, und ihre Partnerin Kaja Tippenhauer (22) hatten die aus Anfängerinnen und ehemaligen Leistungssportlerinnen zusammengestellte Mannschaft im Vorfeld trainiert. "Gewinnen ist schön, Spaß haben aber besser" lautete laut Vizeschlagfrau Akca dsa Motto des schön anzusehenden Achters. Und unter den Frauenachtern blieb es richtig spannend. Nicht einmal 30 Sekunden trennten die vier Mannschaften am Ende des 3,9 Kilometer langen Kampfes gegen die Uhr. Während die wegen der rosafarbenen T-Shirts so genannte "Schweinchen- Express" der Damen vom DRC Hannover am längsten brauchte, setzten sich die Ruderinnen vom HRC Hannover vor dem SC Magdeburg und den Angaren durch.

Noch dynamischer als bei den Frauen ging es natürlich bei den Männer-Achtern zu. Wie erwartet verwiesen die Weltmeister-Brüder Birger (23) und Torsten Schmidt (25) mit dem Team des DRC den HRC und die Angaren auf die Plätze. Obwohl die beiden gestern noch bei der norddeutschen Meisterschaft in Hamburg gefordert waren, wo sie im Zweier der Schwergewichte Dritter wurden, hatten sie sich ihren Start bei "Head of the River Leine" nicht nehmen lassen. Und angesichts dieser prominenten Besetzung entwickeln sich die spannenden Duelle zwischen der Jugendherberge am Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg und der Kennedy-Brücke beim ausrichtenden RV Linden immer mehr zum Geheimtipp. "Viele lachenden Gesichter - so soll es bei einem solchen Rennen sein", meinte der zufriedene Organisator Jan Czichy (36).

2005

10. Head of the River Leine mit Überraschungssiegern
HRC-Männer-Achter brach mit unter 12 Minuten den Streckenrekord

Hannover, 19. September 2005. - Beim traditionellen "Head of the river Leine", der Achter-Ruderregatta auf Ihme und Leine, das alljährlich vom Ruderverein Linden 1811 e.V. (RVL) ausgerichtet wird, gab es am vergangenen Samstag einige faustdicke Überraschungen. Nach vielen Jahren siegte erstmals wieder der Männer-Achter des Hannoverschen Ruderclubs (HRC) mit einem phänomenalen Ergebnis: Erstmals in den zehn Jahren der Regatta-Geschichte legte ein Boot die vier Kilometer lange Strecke in unter 12 Minuten zurück. Der HRC-Achter um Weltmeisterschafts-Ruderer Tobias Kühne lief nach 11 Minuten und 57 Sekunden unter dem Jubel der Zuschauer ins Ziel ein.
Vom Start an der Lodemannbrücke weg legte der um Kühne und den HRC-Vorsitzenden Dr. Carsten Lehr gebildete HRC-Achter ein rasantes Tempo vor, war bereits auf der Hälfte der Strecke klar in Führung und überholte auf Kilometer drei der anspruchsvollen Strecke die vor ihm gestarteten Männer der Rudergemeinschaft Angaria. Der Männer-Achter des Deutschen Ruderclub von 1884 (DRC), in dem sich unter anderen der aus Hamburg angereiste Olympionike Frank Richter in die Riemen legte, erreichte trotz eines exzellenten Rennens nur den zweiten Platz.
Auch in den weiteren Rennen zwischen insgesamt 25 Booten gab es Überraschungen. So siegte erstmals der Männer-Masters-Achter des Ruderverein Linden 1911 (RVL) in der Altersgruppe "Ü50", obwohl die Lindener vom Altersschnitt an sich in "Ü60" gehört hätten, gegen die favorisierten Ruderer vom WSV Altwarmbüchen.
In den Mixed-Achter-Rennen gab es in der offenen Kategorie eine Wiederholung des Vorjahressieges des Achters der Universität Hannover, die einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg in fast schon gewohnter Souveränität den Fluss herunter ruderten.
Mehr als unerwartet war dagegen der Ausgang im Masters-Mixed-Achter, in dem die Rudergemeinschaft aus Magdeburg und Schönebeck in den letzten Jahren stets mit großem Vorsprung dominierte. Nach einem spannenden Rennen ging die Mannschaft des RVL um Schlagfrau Meike Buck, die vor wenigen Wochen noch Finalteilnehmerin bei den Studenteneuropameisterschaften war, als Sieger hervor. "Wir haben das Jahr über hart trainiert und es hat sich gelohnt", so Buck überglücklich nach dem Rennen.
Mehr als 1.000 Zuschauer säumten bei bestem Wetter die Strecke von der Lodemannbrücke an der Jugendherberge bis zum Bootshaus des RVL an der Schwanenburgbrücke. Viele Zuschauer und faszinierte Spaziergänger hatten auf den Brücken über Ihme und Leine Position bezogen, um die Regatta am Samstagnachmittag zu beobachten.
Regattaleiter Jan-Christoph Czichy hob bei der Siegerehrung unter Mitwirkung des Bürgermeisters Bernd Strauch hervor, dass das Head sich in den vergangenen Jahren zum überregionalen Ereignis gemausert hat: "Die Regatta ist inzwischen nicht mehr nur ein hannoversches Ruderereignis sondern zieht immer mehr auch Ruderer aus ganz Norddeutschland in ihren Bann." So traten 2005 neben den hannoverschen Vereinen auch Ruderinnen und Ruderer aus Braunschweig, Bremen, Magdeburg, Minden, Bückeburg, Osnabrück und Wolfsburg an.